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  1. #471
    Premiumuser + Avatar von Zentrifug'
    Zen-Tri-Fug'
     


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    Zitat Zitat von denker_1 Beitrag anzeigen
    (....)Jetzt wehrt sich aber erst mal Paris. Wann wird Deutschland folgen? Ich weiß es nicht, hoffe aber, bald.
    Den BRD-Hamplern geht es blendend, sie werden diesbzgl. nicht demonstrieren. Gegen was auch?!?

    Die Proteste der Gelbwesten greifen immerhin schon auf die Niederlande über.(....)
    Schlimm, was PUTIN da anrichtet!

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    Geändert von Zentrifug' (06.12.2018 um 16:11 Uhr)

  2. #472
    sportsgeist hat diesen Thread gestartet
    Avatar von sportsgeist

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    Zitat Zitat von OpaGerd Beitrag anzeigen
    Aus deiner Argumentation entnehme ich, dass du keinen SUV fährst?
    ... diese Kombinatorik ist falsch

    versuchs nochmal, Sherlock

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  3. #473
    sportsgeist hat diesen Thread gestartet
    Avatar von sportsgeist

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    Zitat Zitat von OpaGerd Beitrag anzeigen
    Die Menschen gehen nun auch hier, im Osten Deutschlands, vorwiegend in die Gaststätten essen, weil sie darin keinen Sinn mehr sehen, ihr Geld für eine zukünftige Bank- oder Staatspleite zu sparen. Sie wollen das Leben genießen, solange es geht. Das heißt, sie sind nicht mehr zukunftsorientiert.
    ist mir auch schon aufgefallen ...
    ... ich halte das für ein direktes Indiz dafür, dass die Einkommen steigen und sich das schlicht und einfach immer mehr Leute leisten können und auch wollen

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  4. #474


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    Zitat Zitat von Zentrifug' Beitrag anzeigen
    Den BRD-Hamplern geht es blendend, sie werden diesbzgl. nicht demonstrieren. Gegen was auch?!?
    Das kann sich sehr schnell ändern, siehe Frankreich!

    Zitat Zitat von Zentrifug' Beitrag anzeigen
    Schlimm, was PUTIN da anrichtet!
    Wieso schlimm? Ohne Putin hätte es schon längst gescherbelt. Putin hat bisher die Eskalation verhindert. Gut so!

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  5. #475
    Stammuser Avatar von OpaGerd

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    Die Antwort von „Sportgeist“ hat mich nachdenklich gemacht. Nun glaube ich verstanden zu haben, was er so provokatorisch mit der anhaltenden deutschen wirtschaftlichen Glückssträhne meint. Er will uns darauf aufmerksam machen, dass es uns auf der Welt nicht allein gibt. Es gibt sehr viele andere Länder, wo die Menschen hungern. Aus deren Sicht geht es uns schon sehr viele Jahre sehr gut. Er hat also absolut recht mit der Frage, wie lange noch.

    Zu dieser rücksichtslosen Einstellung, die wir alle haben, versuchte ich die letzte Zeit immer wieder darauf aufmerksam zu machen, wie selbstgefällig wir sind. Sportgeist hat mir damit geholfen den roten Faden wieder zu finden, um die Wurzeln dieser Ansichten frei zu legen.
    Diese heutige Konstellation in Deutschland hatten wir Ossis alle schon einmal zu spüren bekommen. Einige haben es auch ab und zu angedeutet, ohne dem auf den Grund zu gehen. Das sollte man aber, damit die Verursacher, die direkt etwas ändern können, das auch in ihrer schönen Welt erkennen können. Sie müssen erkennen, dass sie sich mit ihrem Verhalten selbst schaden.

    In einigen Beiträgen hatte ich im Einzelnen begonnen, den Fokus darauf zu lenken. Und wenn man genau darauf achtet ist es immer wieder die Gier jedes einzelnen, was diese Situation herauf beschwört. Dazu habe ich jetzt eine relativ kleine Zusammenfassung vieler Erlebnisse erstellt, in der ich auf diese Zusammenhänge hinweise. Das ist der eigentliche Grund, warum die DDR und danach auch alle anderen sozialistischen Staaten aus dem Ostblock wirtschaftlich zu Grunde gingen. Weil es zu viele Beispiele benötigt, das deutlich zu machen, öffne ich dazu ein neues Blatt. Ich beziehe mich beispielhaft nur auf die DDR und Deutschland.

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  6. #476
    Stammuser Avatar von OpaGerd

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    Seite 1 von 3

    Die Gesellschaftsordnung der DDR hatte in ihrem Namen den Begriff sozial. Aber daran wurde mit der Zeit viel zu viel angepasst, denke ich. Nun weiß heute keiner mehr so richtig, was ist sozial. Einige reden im Internet von sozialen Medien.

    In der DDR sind sehr viele in die Einheitspartei SED eingetreten, weil sie sich dadurch sehr viele persönliche Vorteile erschleichen konnten. Heute sagt man dazu es waren korrupte Machenschaften der Vorteilsnahme. Die große Masse des Volkes hat es ihnen gleich getan. Alle kannten die spöttische Umsetzung der Parole von Herrn Honecker, aus den Betrieben ist noch viel mehr heraus zu holen. Viel zu viele Bürger taten es Wortwörtlich, bis es dadurch Bückware, Fehllieferungen, allgemeine Warenknappheit gab.

    Eventuell erinnert sich noch jemand, als es die Schlagzeile gab, von dem eingekauften Material für 11 Wohnhäuser konnten nur 10 Häuser gebaut werden, weil das Material für ein Haus geklaut wurde. Und so lief es auch in den Betrieben ab. Schließlich war das alles Volkseigentum, wie man sagte.
    Wer das damals angeprangert hatte weiß ich nicht mehr. Ich war damals sprachlos über die Reaktion der Partei und Regierung. Sie wollten nicht, dass andere in ihre Hintergrundgeschäfte schauen, also haben sie den Boten geopfert, damit niemand mehr dieses Thema anschneidet.
    Ich denke, das war damals der Anfang vom Ende der DDR.


    Ein anderes, ebenfalls selbst eingerichtetes unscheinbar wirkendes Problem funktionierte ebenso hinterhältig. Ich hatte es eigentlich schon einmal an einer anderen Stelle im Forum erläutert.
    Viele Menschen wollten sich nicht in der Produktion schmutzig machen. Das galt für sie als minderwertige Arbeit. Sie wollten am liebsten einen Job, in dem man anderen nur sagt, was sie tun sollen. (Viele taten es später auch so, ohne wirkliche Kenntnisse von dem zu haben, wie dieser Prozess funktionierte. Sie jonglierten nur mit Zahlen und trieben andere an. Durch ihre Inkompetenz vom eigentlichen Prozess entstanden dann nicht selten Mehrkosten.)
    Darum drängten viel zu viele Menschen zu den Studienplätzen. Wenn ihnen auffiel, dass sie dafür unfähig waren, qualifizierten sie sich über die Parteischule. Auf diese Weise wuchs die Zahl der unproduktiven Arbeitsplätze, welche keinen steigenden Einfluss auf Produktion hatten immer weiter.
    Auf diese Weise konnten Angestellte ihre Arbeiten auf andere delegieren, welche sie selbst nicht gern taten. Sie verstanden es hervorragend gegenüber ihren Vorgesetzten die Auslastung zu verschleiern. Von den Arbeitsplätzen für Kultur, Sport und Gesellschaft, der in den Betrieben hauptamtlich eingesetzten Gewerkschaftsleitungen will ich erst gar nicht weiter eingehen.

    Vom Sozial-is-mus galt die verordnete Praktizierung. Angetrieben von der eigenen persönlichen Gier, bis niemand mehr diesen Staat wollte. Mich mit eingeschlossen.
    Die politische Führung der DDR hatte es geschafft, dass niemand mehr eine Verbindung zwischen der verbreiteten Theorie des Sozialismus und der täglichen Realität erkennen konnte. Die Menschen waren in ihrem Wohlstand satt, konnten aber nicht mehr erkennen, wie diese Entwicklung in der Zukunft weiter gehen sollte. Manch einer sagte sogar, ich lasse mich gerne im Kapitalismus ausbeuten, wenn ich mehr Geld verdiene. Keiner von ihnen hatte über die Grenzen Europas hinaus geschaut. Mir ging es ebenso.

    Es setzte eine große Fluchtwelle ein, in den glänzenden goldenen Westen. Die DDR war pleite. Dann fiel 1989, für alle überraschend, die Mauer. Das war keine geplante Aktion, eher ein konfuser Ablauf. Ausgelöst vom Pressesprecher, der eine seltsam anmutende, unzusammenhängende Information von einem Zettel ablas, aus der man diese Erkenntnis eigentlich nicht zu 100% entnehmen konnte. Da er diese Information erklären sollte, meinte er, die Grenze sei ab sofort offen, wovon die Grenztruppen aber noch keine Kenntnis haben konnten, denn es war keine Grenzöffnung vorgesehen. Es entstand eine gefährliche Situation, weil sich die Menschen an den Grenzübergangsstellen versammelten.
    Es war eine Situation entstanden, weil die verantwortlichen Politiker nicht ihren eigentlichen Pflichten nachgegangen sind. Sie hatten sich nur um das Ansehen des Landes im Ausland bemüht, aber das eigene Volk dem Selbstlauf überlassen.
    Damals sagte Herr Gorbatschow so etwas wie, wer nicht lenkt, den lenkt das Leben. (Anders interpretiert.)

    Danach begann man schnell die Wiedervereinigung mit vielen Verlusten zu schmieden. Dabei gab es eine politische Vorgabe. Die DDR durfte keinen weiteren Geburtstag feiern dürfen.
    Die Einheitspartei SED wurde umbenannt. In dem Zuge traten all die vielen Mitglieder aus der Partei aus, welche nun auf anderen Wegen, in anderen Parteien ihre Vorteile suchten. Sie hatten bereits Erfahrung bei diesem Vorgehen.
    Seitdem gab es den Namen Wendehals. Allerdings war die Interpretation falsch. Diese Menschen hatten keine politischen Interessen, sondern suchten schon immer nur private Vorteile.

    Dreißig Jahre nach dem Mauerfall sind die Menschen zwar satt und die meisten haben eine Arbeit und eine elektrisch ausgestattete beheizte Wohnung mit Warm- und Kaltwasser, aber sie sind unzufrieden. Sie haben nun Angst, es könnte ihnen in der nächsten Zeit genau so gehen, wie den Menschen, die aus anderen Ländern nach Europa strömen.
    Bisher hatten die Deutschen diesen ärmeren Menschen in den anderen Ländern ihren Wohlstand vorgeführt. Einigen dieser Touristen war in ihrer Überheblichkeit nicht bewusst, dass die Menschen dort ebenfalls Menschen sind, welche dieselben Ambitionen wie sie selbst besitzen könnten.


    Die große Masse der Menschen mit den unteren Einkommen, hat nun keine Möglichkeit mehr, sich an einem Volkseigentum zu bereichern, weil fast alles privatisiert ist.
    Diejenigen, welche von Sozialleistungen leben, leben auf Kosten des Staates, ohne etwas für den Staat oder die Gesellschaft zu tun. Für sie hat die Politik keine Lösung gefunden, weil die Politik nicht auf sie und die Gesellschaft einwirkt. Wie zu DDR-Zeiten versucht man alles nur mit Geld zu regeln und neuen Gesetzen, deren Einhaltung kaum einer überprüfen kann.
    Die mit dem höchsten Einkommen konnten es einmal regulieren, sich nun persönlich bereichern zu können. Sie leben wie die Macher zu DDR-Zeiten von einem Einkommen, welches ihrem Arbeitsaufwand nicht entspricht. In Spendengalas gieren sie nach Bestätigung und versuchen mit ihren Spenden ihr Gewissen zu beruhigen.
    Jetzt leben wir im Kapital-is-mus. Unsere eigene Gier hat uns hier hin gebracht. Es liegt an uns, ob wir uns von ihr weiter leiten lassen.

    Ich denke, wir sollten unsere Ideale so gestalten, dass die Menschen von dieser Gier nicht mehr so stark beeinflusst werden können. Dazu gehören feste moralisch vertretbare Gesetze, welche der Gier der Menschen entgegen wirken.

    Weiter in Seite 2

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  7. #477
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    Das gerade aufgeführte muss ich noch relativieren, ergänzen und präzisieren. Ich sprach von viel zu vielen Menschen, die in der DDR damit beschäftigt waren vorrangig privaten Nutzen aus dem Volkseigentum zu ziehen. Das taten aber nicht alle. Ich denke ein großer Teil der Bevölkerung hatte nicht einmal die Möglichkeit etwas zu stehlen, weil sie keinen Kontakt mit möglichem Diebesgut hatten.
    Andere haben in der Zeit hin und wieder zugegriffen, nur weil sich die Gelegenheit bot. Wieder andere haben regelrechte Tauschgeschäfte geführt und ihre Waren unter dem Ladentisch verborgen. Dazu gehören auch qualifizierte Mitarbeiter, welche andere Betriebe aufsuchten, um bei denen Tauschobjekte zu ergattern. Auf diese Weise dürfte ebenfalls, ein nicht unwesentlicher Anteil, auf verdeckten Wegen seine Besitzer gewechselt haben. Sehr schlimm war es in den Autowerkstätten. Mir hatten sie, kurz vor oder nach dem Mauerfall eine alte Batterie in den noch fast neuen Wagen eingebaut. Also die vorhandene neue Batterie geklaut.
    In den siebziger Jahren wollte ein Zahnarzt von mir Stahlrohr besorgt und eingebaut haben, als Trinkwasserleitung auf seiner Datsche. Er sprach seine Patienten darauf an, was sie für Berufe hatten, um daraus privaten Nutzen ziehen zu können (Ich hatte mich nicht darauf eingelassen). Ein Zeitungsverkäufer, von dem ich eine Zeitlang die Zeitschrift „das Magazin“ gekauft hatte, wollte dann auf einmal eine Gegenleistung von mir, nur weil er sie mir verkaufen konnte. Von da an hatte ich mir das Heft nicht mehr gekauft.

    In meiner Studienzeit sollte ich einmal vor der Seminargruppe einen Vortrag über meinen Arbeitsplatz und den Betrieb, in dem ich arbeitete, halten. Weil ich über die Reaktion von Partei und Regierung zu den Diebstählen im Wohnungsbau empört war, bereitete ich das als mein Thema vor. Als die Teilnehmer der Seminargruppe erkannten, in welche Richtung mein Vortrag ging, bemerkte ich an ihren Reaktionen, dass sie das nicht interessierte. Darum entschloss ich mich während des laufenden Vortrags die Darstellungen wie eine Satire zu erzählen. Daraufhin hat man das Gelächter dieser Seminargruppe vermutlich in mehreren Geschossen gehört. Es befand sich nur eine Teilnehmerin in der Seminargruppe, die bei meinem Vortrag ein trauriges Gesicht machte. Sie war als Soldatin zu diesem Studium delegiert worden. Sie war sichtlich enttäuscht, dass alle darüber lachten, wie sich die Menschen in den Betrieben an dem Volkseigentum bedienen. Es ist gut denkbar, dass die, welche ihren Spaß bei dem Vortrag hatten, später als Ingenieur genau so gehandelt haben könnten.

    Aus meiner Verwandtschaft kannte ich jemanden, (der lebt nicht mehr) der prahlte damals damit, dass er im Betrieb einen Elektromotor für eine Mark kaufen konnte. Er selbst war überall bekannt als ganz scharfer Genosse in der SED. Aus seinen Erzählungen konnte ich entnehmen, dass sein Chef vermutlich einen Motor benötigte. Damit die Kollegen die Klappe halten, konnte sich dort jeder so einen Motor für eine Mark kaufen. Diese Motoren konnte man gut für eine Pumpe oder Rasenmäher im Garten nutzen.
    Von den Schlossern erfuhr ich, dass sie für die Reparaturen an den Maschinen den Typ Kugellager bestellten, der auch für die Radlager des Trabant verwendet wurden. Auf diese Weise haben sich einige diese Kugellager zuhause eingelagert. Sie fertigten in der Arbeitszeit auch die speziellen Abzieher für die Demontage der Kugellager. Das könnte man ja mal gebrauchen, weil immer mehr Waren knapp wurden.

    Das zog sich durch alle Bereiche der Wirtschaft und des Handels, wodurch das Leben in der DDR, schon durch die Wirtschaftlage in der Gesellschaft, eigentlich unerträglich wurde. Was all diesen Menschen nicht bewusst wurde, sie waren alle selbst daran schuld, dass man sich in der DDR nicht wohl fühlen konnte. Angetrieben von der persönlichen Gier, mehr haben zu wollen als andere. Angetrieben von der persönlichen Überheblichkeit, schlauer zu sein als alle anderen.

    Nach dem Mauerfall wurden die bereits vorher gierigen Menschen erst richtig aktiv. Sie wollten sich selbst unbedingt beweisen, dass sie ohne Vorgesetzte besser arbeiten könnten als vorher. Sie wollten unbedingt Chef sein. Alle anderen waren ihnen zu zurückhaltend. Wer die nötige Qualifizierung hatte, meldete seine neu gegründete Firma beim Finanzamt an. (Viele Jahre später erlaubte die SPD den Trotteln, die dafür keine Qualifizierung hatten, sich als Selbstständige Ich-AG, mit denselben Idealen, in den Ruin zu stürzen. Einige ohne sichtbare moralische Grenzen begannen dann auch die Gelegenheit zu nutzen ihren Körper mehr oder weniger bekleidet im Internet zu präsentieren.)

    Auf diese Weise gab es plötzlich, unterstützt durch die Schließung vieler Betriebe, umso mehr kleine Installations-, Service-, Handwerksfirmen und Ingenieurbüros, die sich alle gegenseitig versuchten die Aufträge weg zu schnappen.
    Zu dieser Zeit sanken alle Preise der ausführenden Firmen, weil sie sich alle plötzlich einem gewaltigen Preiskampf gegenüber standen. Renommierte Firmen mussten schließen, weil nachströmende neue Firmen ihre Preise teilweise sogar unter dem moralisch sozialen Preis anboten.
    Das heißt, viele der neuen Chefs hatten keine Absicht mehr die Lieferanten, die Arbeitskräfte und das Finanzamt zu bezahlen. Sie wollten nur die Aufträge abfassen, damit andere sie nicht bekommen. (Danach wollten sie versuchen mit unlauteren Mitteln die Preise nachträglich wieder hoch zu schrauben. Wenn dann noch bei den Auftraggebern ein guter Kumpel sitzt ist das sogar heute noch möglich. Das hat aber einen grundlegenden Nachteil für alle. Weil andere Firmen mit höheren Preisen keine Aufträge bekommen können, werden die beschäftigten Mitarbeiter keine Chance haben mehr Lohn zu erhalten.)

    Keiner von diesen Geschäftsleuten kam allein auf die Idee, dieses Treiben zu beenden. Ihre Überheblichkeit hatte sie damals dann sogar dazu gebracht ihr eigenes Kapital, dass sie vorher irgendwie (vorsichtig ausgedrückt) bereits zu DDR-Zeiten angesammelt hatten, in einen aussichtslosen Strudel unmoralischer Preisbildung zu versenken. Von dem Sog wurden sogar ehrliche Geschäftsleute mitgerissen, wenn sie nicht erkannten, dass man unter den Bedingungen keine Firma führen kann. Auf diese Weise setzte nach dem Mauerfall ein gewaltiger Preissturz ein.
    Dabei hatten die gierigen rücksichtslosen Egoisten auch viele andere Menschen um ihren Lohn und Arbeit gebracht.

    Als ich zu der Zeit, nach einer ABM (Arbeitsbeschaffungsmaßnahme), also übergangslos anschließend, die Möglichkeit hatte in so einer Firma übernommen zu werden, hatte ich dort nach einer Woche sofort gekündigt. An der Arbeitsorganisation konnte ich erkennen, dass diese Firma nicht funktionieren würde. Sie wurde von einem ehemaligen Offizier geleitet. Das lief dort total chaotisch ab. Schließlich hatte ich Technologie, also Arbeitsvorbereitung studiert. Ich sah in dieser Zeit keine vernünftige Möglichkeit selbst eine Firma zu gründen. Darum meldete ich mich lieber beim Arbeitsamt an, wo ich kurz darauf über einen Lehrgang endlich eine Arbeitsstelle fand. In dieser Firma konnte ich dann, auf der Grundlage meines zum großen Teil neuen Wissens aus den letzten Jahren seit dem DDR-Untergang, meine Arbeitsabläufe zum großen Teil selbst automatisieren. (Der Chef der Firma hatte in der Probezeit erkannt, dass ich seinen Büroalltag effektiver, zu seinem Vorteil, umgestalten konnte. Darum hat er mich dann sogar mit zusätzlichen Vorteilen eingestellt. Mein Vorteil bestand darin, dass ich in der Firma die Tabellenkalkulation und eigene Programmiertechniken einführen konnte. Das war zu der Zeit (vor 25 Jahren) Neuland. Heute brüsten sich Politiker mit der Idee einer Digitalisierung. Genau die scheinen heute gerade hinter dem Mond hervorgekommen zu sein.

    Weiter in Seite 3

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  8. #478
    Stammuser Avatar von OpaGerd

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    In der angesprochenen ABM hatte ich vorher meinen zugeteilten Arbeitsplatz selbst wegrationalisiert. Also Unterstellte befähigt meine Arbeit zu machen, um selbst an einem anderen Arbeitsplatz noch mehr kennen zu lernen. Dieses Vorgehen kennt man heute höchstens von zukünftigen Rentnern, die sowieso ausscheiden wollen.

    In den anderen Bereichen dieser groß angelegten ABM arbeiteten Elektroinstallations-Monteure in Altbau-Wohnhäusern, um dort nachträglich die gesamte Wechselsprechanlage des Gebäudes zu installieren. Für meine Begriffe hatte jemand seine Beziehungen spielen lassen, um diese Installation über eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme jemanden sehr preisgünstig zukommen zu lassen, um selbst einen Nutzen davon zu tragen. Davon hatte man damals immer wieder gehört. Allerdings registrierte man es auf die Weise, dass ABMs den Firmen auf dem Markt die Arbeit weg nahmen.

    Die Kosten über eine Installationsfirma hätte der Hausbesitzer selbst tragen müssen. Dann hätte man diese Arbeiten aber auch für Installationsfirmen ausschreiben müssen. Vermutlich hatte der Hausbesitzer eine Abmachung mit Jemand aus der Politik. Schließlich ging alles drunter und drüber. Einige sprachen zu der Zeit von alten Seilschaften. Ich denke, das ließe sich nachträglich zwar ermitteln, aber die Strafbarkeit dürfte bereits verjährt sein.
    Das nächste Projekt, welches die ausführenden Monteure danach bearbeiteten, war ein vollkommen herunter gekommenes Haus mit zwei Etagen, das als Bürohaus umgebaut wurde. Unter den ausführenden Arbeitern kursierte das Gerücht, dass die Arbeiten nur ausgeführt werden, weil der Besitzer des Gebäudes wusste, dass alle Gebäude auf diesem Gelände abgerissen werden würden, für ein größeres Bauvorhaben. Der Besitzer wollte sich das neue Haus dann bezahlen lassen. Da auf beiden genannten Projekten dieselben Monteure aus derselben ABM tätig waren, gehe ich davon aus, dass derselbe Politiker, voraussichtlich aus dem kommunalen Bereich, seine schützenden Hände über die ABM hielt. Damals hatten alle gedacht, das sei der praktizierte Kapitalismus. Heute weiß ich, es waren die restlichen Auswirkungen vom Sozialismus. Jahre später sah ich ungefähr auf diesem Gelände ein großes Hotel stehen.

    In meiner damaligen Zeit der Arbeitssuche wurde ich vor dem Arbeitsamt von einem „Arbeitgeber“ angesprochen, an einem Sonntag an einer Informationsveranstaltung teilzunehmen. Was ich bei dem dort gehaltenen Vortrag zu hören bekam, hatte mich sehr verwundert. Ich verstand nicht, dass sich die Übrigen Zuhörer das weiter anhören wollten. Den Anwesenden wurden Hinweise gegeben, wie sie sich absolut unmoralisch gegenüber dem ausgesuchten Kunden verhalten sollten, um die Ware bei denen verkaufen zu können. Ich hatte das Gefühl, dass ich der einzige war, der diese anleitende Informations-Veranstaltung verließ. So etwas wollte ich nicht machen. Erst Jahre später, als der Begriff im Umlauf war, erkannte ich, diese Teilnehmer wurden zu Türdrücker-Kolonnen ausgebildet.

    In dieser verworrenen Zeit musste man bei Bewerbungsgesprächen sehr aufmerksam sein, um nicht in die Fänge gefährlicher moralisch verwerflicher Firmen zu geraten. Wer selbst einen krummen Charakter hat, dem fällt es relativ schwer das zu erkennen.
    Was meint ihr, was das für Menschen waren, die Drücker-Kolonnen auf die Spur schickten, und was waren das für Menschen, die sich dafür benutzen ließen? Was waren das für Menschen, deren Geschäftsidee Gammelfleisch war. Oder was muss man für ein Mensch sein, um Pflegebedürftige alte Menschen nicht einzeln in einem Bett schlafen zu lassen. Es gab damals Schlagzeilen, dass zwei bis drei wehrlose alte Menschen in einem Bett gelagert wurden. Es waren wirklich schlimme Zeiten für viele, als der Osten zusammen brach. Den Grund, warum dann alle jede Menge Probleme bekamen, habe ich hoffentlich plausibel erklären können.

    Diese Beispiele sollen bewusst machen, es ist nicht das System, die Gesellschaftordnung, was an etwas Schuld hat, sondern die Menschen darin, die sich in das System wie auch immer einbringen. Ob als Verfechter, Nutznießer, oder Krimineller.

    Wenn die Menschen heute das Gefühl haben, ihre Wirtschaftlage ähnelt der nach dem Mauerfall, dann werden höchstwahrscheinlich ähnliche Gründe wie damals vorliegen. Ich habe genug Beispiele genannt, nach denen man die Ursachen vergleichen kann.
    Wie die Menschen heute drauf sind, ist eindeutig ein Zeichen davon, dass die Politiker in den vergangenen Jahren, vorsichtig ausgedrückt, vollkommen falsche Zeichen gesetzt haben. Dazu gehört auch ihre Einstellung, keine Verantwortung übernehmen zu müssen, oder zu wollen.
    Das müssen sie auch nicht, wenn es ihnen gleichgültig ist, dass die AfD oder NPD ihre Plätze einnimmt. Ihr Gekeife gegen diese Entwicklung ist nutzlos, weil sie mit ihrer Gleichgültigkeit den Wählern diese Option geboten haben. Sie haben die Zeichen der Zeit missachtet.

    Die Organisation #Aufstehen wird daran nur etwas ändern können, wenn sie gegen die Misswirtschaft der Politiker im Bundestag und dem gesamten Land vorgeht. „Arbeit muss sich lohnen“, sollte nicht nur eine Parole gewesen sein.

    Für die Sozialhilfeempfänger sollte die Politik konkrete Programme erstellen und keine Ausflüchte. Auf jeden Fall sollte man etwas dafür tun dürfen, um seine Arbeitskraft erhalten zu können und nicht zu verlieren.
    Die nur finanzielle Sozialhilfe beeinflusst die eigene mögliche Arbeitskraft immer negativ. Wer nicht arbeitet, nicht gefordert wird, verdummt schneller. Die Natur hat sich so eingerichtet. Das was der Körper benötigt, das wird in seinem Wachstum unterstützt. Alles andere degeneriert, bis es weg ist. Also wer hat ein Interesse daran, dass sich das Volk verdummt? Sie können dann nur noch von ausländischen Arbeitskräften kostengünstig ersetzt werden.

    Nun sollten auch die Letzten erkennen, was ich bisher mit dem folgenden Spruch versuchte auszudrücken.

    Viele wollen nur ein geiles Leben und sind sogar mit Gewalt gegen Andere bereit, dieses Ziel erreichen zu wollen. Ein Ziel in totaler freiwilliger Abhängigkeit der ungezügelten egoistischen Gier nach mehr, ohne moralische Grenzen.

    OpaGerd

    Ich wünsche allen ein besinnliches Weihnachten.

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    Geändert von OpaGerd (17.12.2018 um 17:42 Uhr) Grund: Schreibfehler beseitigt.

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