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  1. #251
    Avatar von Metadatas

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    Zitat Zitat von Aoyeo Beitrag anzeigen
    Unter "grundlegende Umstrukturierung" verstehe ich sowas wie eine die Grundwerte/-strukturen entsprechende gesellschaftliche Neuausrichtung. Unter "alles umwälzen" verstehe ich sowas wie alles auf den Kopf stellen. Ich würde schon sagen, dass diese Dinge nicht ein und dasselbe sind, aber darauf kommts nicht an. Ich halte es für unzutreffend, dass die gesamte Geschichte gegen das praktische Gelingen einer solchen Möglichkeit sprechen soll. Schließlich ist es so, dass jedes existierende Gesellschaftssystem irgendwann/-wo eingeführt wurde, unabhängig dessen, ob, wie und wo es derzeit angewandt wird. Inwieweit es praktisch also nicht möglich sein sollte, neue Gesellschaftssysteme einzuführen bzw. umzusetzen, müssten sie mir erklären. Sind sie der Meinung, dass es nicht möglich wäre gegen die bestehende dominante Infrastruktur anzukommen?

    Ich drücke mich mal so aus, ich bin mir dessen bewusst, dass man einen Neubau betreffend das Fundament berücksichtigen muss. Es ist nur verständlich, dass sie Zweifel haben, wenn irgendein Typ in einem Internetforum behauptet, dass er über tolle Ideen verfügt, wie man die Gesellschaft verbessern könnte, aber sich dementsprechend nur vage äußert, während er sich als "gesellschaftlichen Versager" geoutet hat. Auf ihre Frage werde ich mal mit Nein antworten, diese gemessen an meinem Profil zu bejahen erscheint mir unpassend. Im Bezug auf meine Ideen halte ich das jedoch für irrelevant. Ich würde dem zustimmen, dass "meine Diktatur" eine positive Alternative zu dieser Gesellschaft darstellen würde und denke, dass das auch auf anderer Personen hypothetischer Diktaturen zutreffen würde. Vielleicht kommt diese Äußerung bei ihnen desillusioniert rüber, darüber können sie entscheiden. Der Kern dieser Äußerung und das erachte ich als Fakt, ist der, dass es die Gesellschaftsstruktur betreffend wesentlich besser geht als der Status quo.

    Es ist nicht so, dass ich jeden Grundpfeiler dieser Gesellschaft kritisch betrachte, doch was ihre Auswirkung angeht, so erscheint es mir in etwa so, wie ihnen die Möglichkeit auf ein neues Gesellschaftssystem. Theoretisch mögen sie sinnvoll und vernünftig klingen, doch in der Praxis weisen sie erhebliche Defizite auf. Worauf ich hinaus will ist, dass es mir ungleichmäßig erscheint, bei präsenten Problemen, hypothetische Lösungsvorschläge sehr kritisch zu betrachten, weil sie möglicherweise nicht effektiv genug sind oder dadurch neue Probleme entstehen können, während man bestehende Grundstrukturen, welche diese Probleme ermöglichten und sich praktisch nicht als Lösung dieser erweisen, scheinbar allgemein unkritisch betrachtet.

    Dann schließ ich den Beitrag mal wieder mit einer Frage ab: Was ist der Grund für diese Betrachtungsweise?
    Prinzipiell halte ich die derzeitige Struktur und die Grundwerte unserer Gesellschaft für richtig. Wir bewerten die Gewichtung einzelner Teile meiner Ansicht nach falsch. Wir legen zu viel Wert auf Rechte und zu wenig auf Pflichten. Und wir sollten wieder wesentlich stärker Leistung als zentrales Bewertungskriterium ins Zentrum rücken.
    Du kannst eigentlich jede strukturelle Revolution der Geschichte nehmen, sie hat immer zu Blutvergießen und praktisch immer zu einer Konterrevolution geführt. Die modernen Gesellschaften des Westens und damit auch die heutige ökonomische und persönliche Freiheit sind in den stabilen Demokratien langsam entstanden, Großbritannien wäre ein klassisches Beispiel. Darauf kommt es letztlich an. Je radikaler der Umsturz, desto schlimmer die Katastrophe, das historische Urteil ist vernichtend eindeutig.
    Zweifel trifft es wohl nicht ganz, ich halte die gesamte Idee für Phantasterei. Das Scheitern ist doch alleine schon darin programmiert, dass du mit dem vergleichsweise einfachen Teil deines Lebens überfodert bist, nämlich dich so zu strukturieren und zu verhalten, dass du ein funktionales Leben führen kannst. Es ist ausgeschlossen, dass du dann aber die visionäre Führungsfigur sein kannst um eine Gesellschaft, wie auch immer geartet, neu zu ordnen. Laufen lernen, bevor man Rennen kann ist eine ziemlich tiefgehende Weisheit in diesem Zusammenhang.
    Es ist wohl auszuschließen, dass du deine Ideen einer rigorosen Kritik unterzogen hast, denn die Behauptung ist derart arrogant und zugleich absurd, dass klar ist in welcher Katastrophe auch nur der Versuch enden würde. Noch mehr überzeugt mich davon, dass du nichtdarlegst, was du dir vorstellst. Das spricht für eine tiefgreifende Angst vor Kritik.
    Unser derzeitiges Gesellschaftssystem hat eine noch nie existente Friedenszeit, ökonomische Stabilität, Informationsverfügbarkeit, Sicherheit, Langlebigkeit, medizinische Qualität, Freiheit und Luxus geschaffen. Und ich vergleiche das mit dem 19. Jahrhundert und den Anfängen des 20. Jh., nicht dem Mittelalter oder ähnlichem. Das Level von dem aus du kritisierst ist ein historisch unvergleichlich hohes und ich sehe nicht einmal ein Fünkchen Idee oder Kompetenz um zu glauben, dass deine Ideen auch nur in der Lage wären den derzeitigen Stand stabil zu halten, die Wahrscheinlichkeit das alles wesentlich schlimmer würde dagegen ist, schon wegen des hohen Niveaus, immens.

    Der Grund, warum ich pedantische Skepsis walten lasse ist letztlich einfach, so paradox das gleich klingen wird.
    Unser existentes System ist von der Komplexität eigentlich nur vergleichbar mit dem Gehirn und was grobe Eingriffe in letzteres bedeuten muss wohl keinem en Detail erläutert werden. Deswegen erfordert es Jahre harten Trainings und stapelweise Bücher um auch nur simpelste Änderungen vorzunehmen. Dazu kommt, dass es für mich eindeutig ist, dass die grundlegenden Prinzipien des Westens, unser Mythos, richtig ist.
    Individualität, Verantwortung, Leistung, Eigentum => Recht und Pflicht, nichts kann eine bessere Gesellschaft hervorbringen.

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  2. #252
    Stammuser Avatar von bluetie

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    Zitat Zitat von Metadatas Beitrag anzeigen
    Unser existentes System ist von der Komplexität eigentlich nur vergleichbar mit dem Gehirn und was grobe Eingriffe in letzteres bedeuten muss wohl keinem en Detail erläutert werden. Deswegen erfordert es Jahre harten Trainings und stapelweise Bücher um auch nur simpelste Änderungen vorzunehmen. Dazu kommt, dass es für mich eindeutig ist, dass die grundlegenden Prinzipien des Westens, unser Mythos, richtig ist.
    Individualität, Verantwortung, Leistung, Eigentum => Recht und Pflicht, nichts kann eine bessere Gesellschaft hervorbringen.
    völlig richtig, denn die Komplexität der heutigen modernen westlichen Demokratien ist derart hoch angesiedelt, dass eine wie auch immer geartete 'Gesellschaftskritik' apriori unmöglich ist, und in jedem Fall eine ungeheuerliche Anmassung darstellt. Von Hayek thematisiert auch die Anmaßung des 'Wissens' im ökonomischen Kontext explizit, wobei ich die Hochkommata eigenwillig eingesetzt habe, um den positiv konnotierten Begriff Wissen zu bestreiten, denn im Falle marxistischer und nationalsozialistischer 'Gesellschaftskritik', vom an geistiger Niedrigkeit kaum zu überbietenden heutigen 'feministischen' Rassenhass gegen die heterosexuellen 'weißen' Männer ganz zu schweigen, handelt es sich in jedem Fall um im pseudowissenschaftlichen Gewand auftretende äußerst primitive Modelle, zu denen eben nur Intellektuelle neigen.

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  3. #253
    Avatar von Metadatas

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    Zitat Zitat von bluetie Beitrag anzeigen
    völlig richtig, denn die Komplexität der heutigen modernen westlichen Demokratien ist derart hoch angesiedelt, dass eine wie auch immer geartete 'Gesellschaftskritik' apriori unmöglich ist, und in jedem Fall eine ungeheuerliche Anmassung darstellt. Von Hayek thematisiert auch die Anmaßung des 'Wissens' im ökonomischen Kontext explizit, wobei ich die Hochkommata eigenwillig eingesetzt habe, um den positiv konnotierten Begriff Wissen zu bestreiten, denn im Falle marxistischer und nationalsozialistischer 'Gesellschaftskritik', vom an geistiger Niedrigkeit kaum zu überbietenden heutigen 'feministischen' Rassenhass gegen die heterosexuellen 'weißen' Männer ganz zu schweigen, handelt es sich in jedem Fall um im pseudowissenschaftlichen Gewand auftretende äußerst primitive Modelle, zu denen eben nur Intellektuelle neigen.
    Gesellschaftskritik halte ich schon für möglich und auch für richtig. Steigerung und Verbesserung sind durchaus möglich, vor allem aber notwendig. Man kann bei allem Erfolg nicht ignorieren, dass es einen relevanten Anteil Menschen gibt, die unterdurchschnittlich vom derzeitigen System profitieren. Und das führt letztlich immer auch zu einer Destabilisierung und Gefährdung des Systems, denn wenn man selbst nichts zu verlieren hat, kann man das System auch ruhig zerstören.
    Ich bin ein wenig verwirrt, warum du den Begriff Intellektuelle abwertend einestzt, während du gleichzeitig positiven Bezug auf einen klassischen Intellektuellen nimmst.
    Die marxistische Kritik war sicher eine notwendige, das Durchdenken einer Alternative und der Beweis des Scheiterns ist genauso Teil rigoroser wissenschaftlicher und intellektueller Arbeit. Wer heute noch Marxist ist, kann freilich kein Intellektueller sein, das schließt sich wohl gegenseitig aus. Dass moderne "Genderstudies" und ähnliche Fächer keine Wissenschaft sind, ist klar wenn man die erbärmliche Methodik und wirklich unterirdischen Zitationsindizes betrachtet.

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