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  1. #131
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    Iles9 hat diesen Thread gestartet


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    Zitat Zitat von Bendert Beitrag anzeigen
    Hallo Iles9,

    ein sehr, sehr heikles Thema... Ich denke nicht, daß man sich ihm von irgendeiner politischen Seite aus nähern sollte (von wegen "Pharmalobby" u.ä.).
    Das, worüber Du sprichst, ist in der Tat nicht Sterbehilfe (die müßte ggf. ein Dritter vornehmen), sondern ein selbstbestimmter Freitod, den ausüben zu dürfen - unter Bereitstellung der notwendigen Mittel - Befürworter zu einem Grundrecht erklärt haben wollen.

    Selbstmord ist nicht strafbar. Das klingt natürlich zunächst absurd, denn wenn der Suizid gelingt, ist Strafe eh nicht mehr vonnöten. Auch der mißlungene Versuch ist nicht strafbar. Strafbar ist jedoch, wenn ein Dritter einen Suizidversuch als solchen erkennt und NICHT handelt, um ihn zu verhindern. D.h.: grundsätzlich ist derjenige, der sein Leben - aus welchen Gründen auch immer!!! - beenden will, von jeder Form der Sanktion ausgeschlossen, in der Pflicht ist immer derjenige, der die Ausübung des Suizids verhindern könnte. Läßt er ihn dennoch geschehen, so hat er sich schuldig gemacht, weil er ein Leben nicht gerettet hat, welches er hätte retten können und müssen.
    Ich halte das grundsätzlich für richtig. Wer einen Teenager vor sich hat, der offensichtlich dabei ist, sich vor einen Zug zu werfen und nicht alles ihm Mögliche unternimmt, um diese Tat zu verhindern, der handelt unmenschlich, unverantwortlich und hat das Leben eines anderen Menschen auf dem Gewissen.

    Nun geht es Dir ja nicht um banalen Selbstmord, sondern um die Forderung eines Todkranken, Zugriff auf das erforderliche Werkzeug zu erhalten, das ihm ein möglichst schnelles und schmerzloses Ende seines Lebens ermöglicht, zu exakt dem Zeitpunkt, den der Kranke für den richtigen hält. Das scheint zunächst human... Aber ist es das tatsächlich? Ist es human, von anderen zu fordern, sie mögen einem das Werkzeug für den eigenen Tod beschaffen? Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber ich hätte ein schlechtes Gewissen, wenn ich jemanden dazu nötigte, mir die Mittel für meinen Selbstmord zu beschaffen. Erst recht dann, wenn derjenige per Gesetz dazu gezwungen würde, mir den Selbstmord zu ermöglichen. Egal, ob ich selbst unbedingt sterben möchte oder nicht und egal, ob mein Selbstmord nur meinem natürlichen Ende ein klein wenig zuvorkäme: derjenige, der mir den Strick reicht, ist immer auch derjenige, der dafür gesorgt hat, daß ich zu diesem Zeitpunkt und auf diese Weise sterbe. Der also meinen Tod herbeigeführt hat.
    Ich lade damit einem anderen eine enorme Verantwortung auf. Eine, mit der er Zeit seines Lebens wird umgehen müssen. Dazu gesetzlich verpflichtet zu sein, scheint mir inhuman.

    Ich könnte mir vorstellen, eine Gesetzeslage zu schaffen, in der der Helfer zum Selbstmord straffrei bleibt; ich denke, daß er seine Strafe ohnehin verbüßt, einfach weil er weiß, daß er den Tod eines Menschen zu verantworten hat (und da spielt es eben KEINE Rolle, ob derjenige ohnehin wenig später, womöglich unter größeren Qualen, gestorben wäre). Aber einen gesetzlichen Anspruch auf Beihilfe zum Selbstmord - z.B. durch Anspruch auf die Herausgabe von Medikamenten - zu schaffen heißt nichts anderes, als diejenigen, die diese Medikamente zur Verfügung stellen, zum Mord auf Bestellung zu verpflichten. Ich möchte in dieser Situation weder Arzt noch Apotheker sein.
    Wenn man das zur freien Gewissensentscheidung des Helfers macht, ist es in Ordnung - aber eine Verpflichtung, dem Todeswunsch eines Menschen zu entsprechen , die DARF es meines Erachtens nicht geben. Und zwar aus Rücksicht auf diejenigen, die diesen Wunsch ausüben müßten.

    Ich habe auch eine ganze Reihe von Haustieren erlösen lassen, auf unterschiedlichste Art und Weise, 12, um genau zu sein. Ich war froh, daß ich es konnte und habe jedes einzelne von ihnen bis zu seinem letztem Atemzug begleitet (d.h.: ich habe keines vo ihnen allein gehen lassen, ich war immer bei ihnen). Ich habe jedes einzelne dieser Tiere geliebt und war für jedes einzelne dieser Tiere verantwortlich - ich habe diese Verantwortung FREIWILLIG übernommen, als ich sie mir angeschafft habe. In jedem einzelnen Fall war das Gefühl ausschlaggebend, daß ich dem Tier unnötiges Siechtum ersparen konnte und auch MUSSTE. ABER: JEDES dieser Tiere wäre unter natürlichen Umständen - also: in freier Wildbahn - schon lange zuvor gestorben, weil es nicht überlebensfähig war. Aus Alterschwäche, zum Beispiel. Weil es vor Fraßfeinden schon lange nicht mehr hätte fliehen können. Oder weil es schon lange verhungert wäre, wenn ich es nicht mit Nahrung versorgt hätte, die auch ein schon längst verfallener Zahnapparat hätte aufschließen können. Ich bin mir, aus dieser Erfahrung heraus, auch 100-prozentig sicher, daß auch Tiere ein Bewußtsein für Leben und Tod haben. Daß sie wissen, wann ihre Stunde gekommen ist und daß der Mensch, dem sie vertraut haben und bis zum letzten Augenblick vertrauen, diese Stunde festgesetzt hat.

    ABER: es ist dennoch DER MENSCH, der als einzige Spezies fast sein ganzes Leben lang WEISS, daß sein Leben mit dem Tod enden wird. Und genau deshalb, denke ich, darf er an sich selbst nicht denselben Maßstab anlegen wie an seine Haustiere... Selbstverständlich kann der Tod auch für einen Menschen eine Erlösung sein. Aber - und das ist einfach meine tiefste und innerste Überzeugung, die weit über jede Argumentation eines Für und Wider hinausgeht - es ist gerade seine Sonderstellung im Hinblick auf das Bewußtsein der Endlichkeit des Lebens, die es dem Menschen verwehrt, den bequemen Weg zu gehen oder das Recht für sich zu beanspruchen, das er seinen Tieren einräumt. Es ist der Mensch, der sein ganzes Leben lang SELBST die Verantwortung für sich tragen muß, genau DAS unterscheidet ihn vom Tier.

    Das verwehrt ihm, aus meiner Sicht, den Anspruch auf ein verkürztes Leiden. Es ist vielmehr seine Pflicht, das Leben bis zuletzt zu ertragen. Eigentlich ein billiger Zoll für die Privilegen, die ihm daraus erwachsen?

    Gruß -
    Bendert
    Hallo Bendert, Du hast hier eine sehr ausführlichen Beitrag.
    Ja genau mir geht es darum das man selbst bestimmen kann wenn man nicht mehr so weiter leben will, wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist und mit unwürdigen und schmerzvoller Restzeit ertragen werden müsste. Wenn ein Jugendlicher auf der Brückenbrüstung stehen würde, würd ich auch Hilfe rufen und versuchen ihn davor abzubringen wenn die Situation es erlaubt.

    Was das Werkzeug dazu betrifft. Man kann Waffen kaufen sogar Pistolen. Schlaftabletten usw. sind auch frei verkäuflich, Dein Strick auch.
    Also müsste alles das schon mal verboten werden. Denn bei der Pistole brauch man auch einen kleinen Waffenschein den der Staat erst genehmigen muss.

    Die Straffreiheit für Hilfe zum Ableben bin ich dabei, aber das müsste wirklich streng geregelt sein. Ich würde das erst mal nur Ärzten erlauben, denn sonst würde so mancher Angehöriger unerwünscht nachhelfen um Kosten zu sparen.

    Ich bleibe dabei, das man jedem Menschen unter bestimmten Voraussetzungen die Beendigung des Leidens möglich machen
    sollte und nicht in Zwangshaft nehmen nur weil andere es so wollen.

    Zitat Zitat von Pommes Beitrag anzeigen
    Sicher, das muß jeder mit sich selbst vereinbaren, allerdings ist es nicht richtig das dir deine Eltern dein Leben gegeben haben, sie gaben dir nur deinen Körper.
    Das ist wie man immer so schön sagt Ansichtssache und da hast Du Deine und ich meine.
    Wenn ich das aus der Sicht eines sympatisierender Buddhist sehe, würde das stimmen. Dort ist es das Chi
    welches beim körperlichen Ableben den Körper wechselt und so als die Wiedergeburt gedeutet wird.
    Allerdings kann das dann auch als Tier sein und ist nicht an einen menschlichen Körper gebunden.
    Vielleicht gibt es ein Chi oder eine Seele aber ich lebe im Hier und Jetzt was danach kommt kann ich
    dann dort, falls ich es erlebe, immer noch entscheiden.
    Deshalb will ich im Hier und Jetzt entscheiden wollen ob ich einen Leidenweg bis zum Ende aushalten will
    oder nicht.
    Meinen Körper ist schon mal vergeben, den kriegt die Firma Gunther von Hagens und meinen
    Körperspendeausweis habe ich immer dabei.

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    Ein Populist ist der dessen Meinung ich nicht mag.

  2. #132
    Psw-Kenner Avatar von Conzaliss

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    Zitat Zitat von delta Beitrag anzeigen
    Zum 2. Absatz

    Ich habe natuerlich, wie wohl die meisten Menschen, die Patientenverfuegung nicht immer dabei.
    Infos zu meinen Wuenschen zur Organspende habe ich im Ausweis/Pass.
    Eine Taetowierung habe ich noch nicht in Erwaegung gezogen.
    Angehoerige wissen Bescheid und koennen entweder die notwendigen Unterlagen vorlegen oder eben auch meinen Willen deutlich artikulieren, weil sie ihn kennen.
    Ich trage meine Patientenverfügung auch nicht ständig bei mir. Meine Dokumente, die ich täglich mit mir führe, erhalten den Hinweis, wo meine Patientenverfügung aufbewahrt wird...

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  3. #133
    Bürgerrechtler >&´( Avatar von Frosch
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    Zitat Zitat von Pommes Beitrag anzeigen
    Ja natürlich, für mich hat das Absolutheitsanspruch, aber wie gesagt für mich, ich habe an keiner Stelle verlangt das du meine Weltsicht übernimmst.
    Das folgende Zitat stammt doch von dir, nicht wahr?

    "Kann ich dir genau sagen, dein Leben hat dir Gott gegeben, auch dem Nichtgläubigen und Gott allein ist berechtigt dir dein Leben wieder zu nehmen."

    Welche deiner Aussagen möchtest du also zurücknehmen, um dir nicht weiter selbst zu widersprechen?

    Zitat Zitat von Pommes Beitrag anzeigen
    Du ignorierst dabei aber Fakten, Nahtoderfahrungen, Wiedergeburt, Rückführungen etc. alles Dinge die in den zerfallen Texten wie du sie nennst nachzulesen sind, dazu kommen Beweisstücke wie das Grabtuch von Turin, oder Schleier von Manoppello, ja selbst Berichte nicht christlicher Geschichtsschreibung römischer und griechischer Historiker ihrer Tage werden ignoriert.
    Und die Frage aller Fragen, an der auch deine Philosophie nicht dran vorbei kommt, ist doch die, warum sich tausende von Christen für ihren Glauben von den Römern grausam haben töten lassen.
    Kein Mensch wirft sein Leben einfach weg es sei denn er ist hundertprozentig sicher den richtigen Weg zu gehen und das muß einem zu denken geben, selbst wenn das Märchenbuch wie du das nennst von Menschen geschrieben wurde.
    Esoterik mag ja ganz unterhaltsam sein, sie taugt aber nicht gerade zur Orientierung und schon gar nicht sollte man sie als wissenschaftlich fundiert ansehen und weiterverbreiten. Und was den religiösen Fanatismus betrifft, ist dieser wohl eher als Indiz für schwerste psychische Störungen zu bewerten, denn als Beweis für göttliches Wirken. Oder sollten wir unsere Meinung über die Selbstmordattentäter des IS nun tatsächlich überdenken?

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    „Es ist den Untertanen untersagt, den Maßstab ihrer beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.“
    (Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg nebst dessen aktuell tonangebenden Epigonen.)

  4. #134
    Bürgerrechtler >&´( Avatar von Frosch
    Nonkonformist...
     


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    Zitat Zitat von delta Beitrag anzeigen
    Das ist es, was glaeubige Menschen nicht verstehen.
    Sie behaupten immer, sie wuerden keinen Absolutsheitsanspruch erheben, merken aber offenbar nicht, dass sie es doch tun.
    Ein Glaubender sagt dem Nichtglaubenden bzw. A-Reilgioesen, dass sein Gott auch ihm das Leben gegeben hat und deswegen dessen Regeln auch fuer ihn und alle anderen gelten. Dabei ist es unerheblich wie dieser Gott beschaffen ist oder welcher (heiligen) Schrift er entlehnt wurde.
    Kein Glaeubiger wird je akzeptieren, dass er einen Anspruch stellt, dem ein Atheist nicht nachkommen will und wird, weil er ein anderes Weltbild hat.
    Das liegt eben auch daran, dass uns zwar im Rahmen des GG Religionsfreiheit gewaehrt wurde, dass sich das aber seinerzeit ueberwiegend innerhalb eines chrstlichen Rahmens bewegt hat. Heute, wo es z.B. auch um die Religions- bzw. Glaubensfreiheit fuer Muslime oder Atheisten geht, treten die Probleme, die manche Menschen mit Andersdenkenden haben, bei diesem Artikel des GG in Deutschland sehr deutlich zutage.
    Die Folgen machen sich mittlerweile auch politisch bemerkbar.
    Es ist wohl so, daß der religiöse Glaube als die krasseste Ausprägung von Intoleranz anzusehen ist, die man sich überhaupt vorstellen kann. Weil ein Tiefgläubiger sich gar nicht vorstellen kann, im Unrecht zu sein und andere Ansichten schon aus Prinzip ablehnen und unterdrücken muß. Weil er zur Aufrechterhaltung seines Glaubens unbedingt darauf angewiesen ist, alles Störende und Widersprüchliche auszublenden und nicht an sich heranzulassen.

    Ähnlich sieht es ja mit linken Utopien und Ideologien aus, die sich von den religiösen nur dadurch unterscheiden, daß sie das Paradies nicht erst im Jenseits, sondern im Diesseits verwirklicht sehen wollen. Daß sie sich bei der Verfolgung ihrer Ziele derselben Denkverbote und ähnlicher Dogmen wie die Gottgläubigen bedienen, ist ja auch nicht zu übersehen, ebensowenig wie die linke Unterwanderung der EKD und die linke Instrumentalisierung des dumpfen Allahglaubens zur Erreichung einer gehirnamputierten gleichgeschalteten Gesellschaft. Ihre angebliche Toleranz ist jedenfalls eine rein taktische, so wie die Demokratie für Erdogan nur "der Zug war, um ans Ziel zu kommen".

    http://www.neuepresse.de/Hannover/Me...olitisch-wurde

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