Hier mal ein Beispiel, wie Zinslasten und Zinserträge unter den Privathaushalten verteilt worden sind. Bezugsjahr 2000, Zinslasten/Zinserträge 400 Mrd Euro.

Ein kompletter Wegfall der Zinsen würde den Arbeitslohn von 400 Mrd Euro Zinslasten befreien. In wieweit durchschnittliche, Arbeitslohnabhängige Privathaushalte davon profitieren, zeigt nachfolgende Grafik und Text.

Folgende Grafik unterteilt die Haushalte in Deutschland in zehn Gruppen, sortiert nach ihren Lebenshaltungskosten (blaue Balken). Es ist leicht nachvollziehbar, dass die wohlhabenderen Gruppen einen höheren Lebensstandard haben als die ärmeren Gruppen und daher auch mehr für ihren Lebensunterhalt ausgeben. Es sei ihnen selbstverständlich gegönnt, denn in den meisten Fällen steckt viel Fleiß dahinter.



In den Lebenshaltungskosten enthalten ist ein Zinsanteil, der nach Untersuchungen von Helmut Creutz, Margrit Kennedy und anderen in einer Größenordnung von etwa 30 bis 50 Prozent liegt. Wer sich lieber auf eigene Überlegungen anstatt auf Studien verlässt, kann diese Größenordnung aber auch sehr leicht selbst nachvollziehen: Allein die Steuern, die wir bezahlen, werden in etwa zu einem Sechstel bis zu einem Fünftel für Zinszahlungen auf Staatsschulden verwendet. Weitere Zinsen verbergen sich sehr stark in der Miete, in der sie über 80 Prozent der Kosten verursachen. Der Zinsanteil in den Waren und Dienstleistungen erhöht auch alle Preise, da jeder, der an der Wertschöpfungskette beteiligt ist, seine Zinskosten in den Verkaufspreis einfließen lassen muss. So ist eine Größenordnung von etwa 40 Prozent (wobei Zinseinnahmen noch nicht berücksichtigt sind) plausibel und leicht nachvollziehbar.

Betrachten wir als Beispiel die Haushaltsgruppe Nr. 5, die in etwa dem durchschnittlichen deutschen Haushalt entspricht. Bei etwa 25.000 € Lebenshaltungskosten pro Jahr bezahlt sie bei einem Zinsanteil von ca. 40 Prozent rund 10.000 € versteckte Zinsen. Bei 40 Millionen Haushalten in Deutschland ergibt dies ein Gesamtvolumen von ca. 400 Milliarden €, die (ohne Berücksichtigung von Zinseinnahmen) erst einmal von uns allen jedes Jahr aufgebracht werden.

Bis hierher ist das alles noch nicht weiter dramatisch, denn wie man an der Grafik sieht, bezahlen die Haushalte mit den höheren Lebenshaltungskosten mehr in das Zinssystem ein als die Haushalte mit den niedrigeren Kosten.

Interessant wird dieses System erst dann, wenn wir uns anschauen, wie dieses jährliche Budget ausbezahlt wird. Die Zinseinnahmen, die natürlich von der Größe des Vermögens abhängen, werden durch die grüne Fläche dargestellt.

Wer als durchschnittlicher Haushalt (Gruppe 5) ca. 10.000 € pro Jahr in das Zinssystem einzahlt und beispielsweise für ein kleines Vermögen um die 100.000 € in etwa 2.000 € Zinsen erhält, der verliert in diesem Zinssystem unterm Strich rund 8.000 € pro Jahr.

Bemerkenswert ist die Situation der Haushaltsgruppe 9. Mit Zinseinnahmen von 20.000 € pro Jahr könnte sie sich durchaus bereits als Gewinner des Zinssystems fühlen. Allerdings sind in den entsprechend höheren Lebenshaltungskosten von ca. 50.000 € pro Jahr wiederum 20.000 € Zinsausgaben enthalten, sodass selbst diese Gruppe noch nicht vom Zinssystem profitiert.

Schlussendlich ist Haushaltsgruppe 10 die einzige, die durch das Zinssystem deutlich höhere Einnahmen als Ausgaben erzielt. (Quelle https://www.landsiedel-seminare.de/w...geldsystem.php )



Die Jahre von Wachstum und Zins sind ja nun vorbei. Für einen Großteil der durchschnittlichen Sparer und Privathaushalte sind das sehr gute Nachrichten! Denn bei Nullzins, und mit Hilfe von kostenpflichtiger Liquidität, lässt sich in kürzerer Zeit erheblich mehr Geldguthaben auf einem langfristigen Bankkonto an sparen, als in der Vergangenheit. Man muss eben nicht mehr die Zinseinkommen der wenigen, wirklich reichen Privathaushalte, über die Zinsanteile in Steuer & Preis mitbezahlen. Ein zusätzlicher Bonus für langfristiges Sparen ist der Wegfall von Inflation, da die Zentralbanken umlaufendes, gebührenpflichtiges Zentralbankgeld besser im Griff haben.