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  1. #341
    Premiumuser Avatar von Darkano

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    Zitat Zitat von Nora Beitrag anzeigen
    Die Kunst wäre, wenn man aus allem nur das Beste mitnimmt und das andere hinter sich läßt und dies im Hier und Jetzt genießt. Aber das Leben will auch mit dem gelebt werden, mit dem was nicht so schön war. Aber daraus kann man ja das Beste machen.
    Die einen lieben die Technik, die anderen die Natur und lassen sich davon berühren.
    So beschreibt wohl immer nur der Weg das Ziel.

    Eines habe ich noch, wobei mir noch hunderte einfielen


    Den Frauen

    Ihr richtet streng, der Sitte heil'ge Vehm',
    Und schleudert auf mein Haupt das Anathem!
    Mögt ihr zu Boden stürzen eure Kerzen
    Und schlagen an die Brust, so tugendreich:
    Ich fühl' es mächtig in dem tiefsten Herzen,
    Daß meine Sünde eurer Tugend gleich.

    Der Unschuld Lilien mögen euch umblühn,
    Das Roth der Schaam auf euern Wangen glühn;
    Wie Schwäne sich auf stillen Fluthen schaukeln,
    Gefühle still durch eure Seele ziehn;
    Wie Falter neckend durch die Blumen gaukeln,
    Der Liebe Wünsche leis' vorüberfliehn!

    Quält euch ein flammend Sehnen fessellos,
    Mögt ihr entsagen stolz und seelengroß;
    Mögt still verzehren eure heiße Jugend,
    Auskämpfen ritterlich den heil'gen Krieg,
    Und mit dem Vollmachtsbriefe eurer Tugend
    Dem Tod, der Hölle nehmen ihren Sieg!

    Ich achte dennoch eure Tugend nicht,
    Verwerfe kühn eu'r heiliges Gericht!
    Seid des Gesetzes Hort, der Sitte Rächer,
    Des frommen Glaubens treuer Genius!
    Es lebt ein heil'ger Geist auch im Verbrecher.
    Der Freie sündigt, weil er sünd'gen muß !

    Das Leben auch verlangt sein mächtig Recht,
    Verlaßt des starren Wortes todten Knecht;
    Aus edlem Feuer flossen meine Sünden,
    Aus Drang des Herzens, glüh'nder Leidenschaft.
    Für sie würd' ich schon hier Vergebung finden,
    Die Zeugen meines Werthes, meiner Kraft.

    Entsagen ist der Nonne Stolz und Ruhm,
    Beglücken ist des Weibes Heiligthum,
    Ihr wollt mühsam die Ewigkeit ergründen,
    Mir lächelt sie aus jedem Augenblick;
    Ihr wollt das Glück in eurer Tugend finden,
    Ich finde meine Tugend nur im Glück.

    Wenn mich der Liebe Flammen heiß umsprühn,
    Will ich in sel'gem Feuertod verglühn;
    Doch aus den Gluthen steig' ich neugeboren,
    Wie sich der Phönix aus der Asche schwingt,
    Geläutert ward mein Wesen - nicht verloren,
    Zu neuem, heil'gem Liebesglück verjüngt.

    Louise Aston

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    Geändert von Darkano (18.10.2019 um 01:22 Uhr)

  2. #342
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    Zitat Zitat von Darkano Beitrag anzeigen
    So beschreibt wohl immer nur der Weg das Ziel.

    Eines habe ich noch, wobei mir noch hunderte einfielen


    Den Frauen

    Ihr richtet streng, der Sitte heil'ge Vehm',
    Und schleudert auf mein Haupt das Anathem!
    Mögt ihr zu Boden stürzen eure Kerzen
    Und schlagen an die Brust, so tugendreich:
    Ich fühl' es mächtig in dem tiefsten Herzen,
    Daß meine Sünde eurer Tugend gleich.

    Der Unschuld Lilien mögen euch umblühn,
    Das Roth der Schaam auf euern Wangen glühn;
    Wie Schwäne sich auf stillen Fluthen schaukeln,
    Gefühle still durch eure Seele ziehn;
    Wie Falter neckend durch die Blumen gaukeln,
    Der Liebe Wünsche leis' vorüberfliehn!

    Quält euch ein flammend Sehnen fessellos,
    Mögt ihr entsagen stolz und seelengroß;
    Mögt still verzehren eure heiße Jugend,
    Auskämpfen ritterlich den heil'gen Krieg,
    Und mit dem Vollmachtsbriefe eurer Tugend
    Dem Tod, der Hölle nehmen ihren Sieg!

    Ich achte dennoch eure Tugend nicht,
    Verwerfe kühn eu'r heiliges Gericht!
    Seid des Gesetzes Hort, der Sitte Rächer,
    Des frommen Glaubens treuer Genius!
    Es lebt ein heil'ger Geist auch im Verbrecher.
    Der Freie sündigt, weil er sünd'gen muß !

    Das Leben auch verlangt sein mächtig Recht,
    Verlaßt des starren Wortes todten Knecht;
    Aus edlem Feuer flossen meine Sünden,
    Aus Drang des Herzens, glüh'nder Leidenschaft.
    Für sie würd' ich schon hier Vergebung finden,
    Die Zeugen meines Werthes, meiner Kraft.

    Entsagen ist der Nonne Stolz und Ruhm,
    Beglücken ist des Weibes Heiligthum,
    Ihr wollt mühsam die Ewigkeit ergründen,
    Mir lächelt sie aus jedem Augenblick;
    Ihr wollt das Glück in eurer Tugend finden,
    Ich finde meine Tugend nur im Glück.

    Wenn mich der Liebe Flammen heiß umsprühn,
    Will ich in sel'gem Feuertod verglühn;
    Doch aus den Gluthen steig' ich neugeboren,
    Wie sich der Phönix aus der Asche schwingt,
    Geläutert ward mein Wesen - nicht verloren,
    Zu neuem, heil'gem Liebesglück verjüngt.

    Louise Aston
    Da sieht man mal wieder, auch in früheren Zeiten waren die gleichen Probleme vorhanden. Da haben die reichen "Herren" ihre jungen Mägde mißbraucht und mit den gezeugten Bastarden vom Hof gejagt. Die Reichen Frauen hat man umschmeichelt, teilweise mit Gesängen. Männer und Frauen haben einfach verschiedene Bedürfnisse, die nicht zusammenpassen. Frage mich, wie unsere Ur Ahnen damit umgegangen sind. Die waren wahrscheinlich nicht so Triebgesteuert.

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  3. #343
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    Zitat Zitat von Nora Beitrag anzeigen
    Da sieht man mal wieder, auch in früheren Zeiten waren die gleichen Probleme vorhanden. Da haben die reichen "Herren" ihre jungen Mägde mißbraucht und mit den gezeugten Bastarden vom Hof gejagt. Die Reichen Frauen hat man umschmeichelt, teilweise mit Gesängen. Männer und Frauen haben einfach verschiedene Bedürfnisse, die nicht zusammenpassen. Frage mich, wie unsere Ur Ahnen damit umgegangen sind. Die waren wahrscheinlich nicht so Triebgesteuert.
    Von der angeblich schönsten Sache der Welt zu etwas ernsthaften...

    Europa

    Schachtelhalme stechen aus den schwarzen Gewässern der Vorzeit,
    Pioniere wickeln Stacheldraht darum,
    Eine Frau fällt in Krämpfe und schreit furchtbar,
    Dann ist es wieder still.
    In einem tropfenden Stollen denkt einer an bunte Jahrmarktswagen,
    An die Messingspiegel in Waffelbuden
    Und an einen Sommertag, da er sich heimlich für zehn Pfennige Bonbons kaufte.
    Er wird wieder ganz Kind und schämt sich sehr.
    In der Nacht brüllt ein Geschoss auf.
    Der im Stollen denkt: Ob drüben auch einer solches im Kopf trägt
    Und sich so tief verkriechen muss vor Scham?
    Er erinnert sich, dass er seinen Bruder schlug.
    Da dehnt er sich weit aus. Fließt durch alle Gräben, Raschelt an allen Verhauen, schüttelt alle Vorwände ab.
    An allen Stellen schießt man durch seinen riesigen Leib,
    Er muss aus seinem Versteck hervortreten,
    Wird sehr herzlich zu seiner Stollentreppe
    Und berührt das spärliche Gras mit seinen Händen.
    Wie er den ersten Stern sieht, wird er Umarmung
    Und will seine Brust zum Reden öffnen –
    Das Land ist schwarz und furchtbar stumm.
    Man sieht, es will schreien. Vergeblich, Hände schnüren sich darum
    Und ersticken. Es bäumt sich und beult
    Ganz schwarz und stumm – Echo? –: Europa ...
    Aus einem Trichter wächst ein Kinderarm. Weiß, ungeheuer.
    Irgendwo erschlagen Menschen einen Menschen
    – Aus seinem Blut steigt grenzenlos das letzte Signal.

    Curt Saemann (1893-1918)

    Wiederholung schreit man schon jetzt...

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  4. #344
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    Sanchuniathon, Phönizier ca, 1.200 vC: „Seit unserer frühesten Jugend sind wir daran gewöhnt, verfälschte Berichte zu hören, und unser Geist ist seit Jahrhunderten so sehr mit Vorurteilen durchtränkt, dass er die fantastischsten Lügen wie einen Schatz hütet, so dass schließlich die Wahrheit als unglaubwürdig und die Lüge als wahr erscheint.“

    Wolfgang Jensen: "Menschen befinden sich in einer Grund-Ambivalenz – zwischen den “Gesetzen”, die ihnen vom brüllenden Geist diktiert werden, und der Vernunft, die ihnen ihr Herz ins Ohr flüstert."

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